Heute Morgen bin ich noch vor Ernesto und Angelina aufgewacht.
Die Bucht lag vollkommen ruhig vor uns.
Also habe ich genau das gemacht, was man meiner Meinung nach tun sollte, wenn man morgens auf einem Segelboot aufwacht:
Badeanzug an und rein ins Meer. 😄

Danach saßen wir zu dritt mit Kaffee und Frühstück im Cockpit.
Eigentlich wollten wir heute noch ein Stück weiter die Küste entlangsegeln und am Abend eine zweite Bucht anlaufen.
Dann wurde Ernesto ungewöhnlich still.
Er schaute auf den Wetterbericht, dann aufs Meer und anschließend noch einmal auf sein Handy.
„Der Wind dreht früher als angekündigt.“
Angelina kannte diesen Blick offenbar.
„Also?“
Ernesto zeigte auf einen kleinen Hafen weiter südlich.
Dort könnten wir am Nachmittag einlaufen und geschützt liegen, bevor der Wind stärker wird.
Damit war unser schöner Plan erledigt.
Ich war im ersten Moment tatsächlich ein bisschen enttäuscht.
Aber genau darin unterscheidet sich Segeln wahrscheinlich von vielen anderen Arten zu reisen.
Man entscheidet nicht alles selbst.
Manchmal entscheidet das Wetter.
Wir holten den Anker hoch und kurze Zeit später waren wir wieder unterwegs.
Der Wind nahm langsam zu.
Nichts Gefährliches. Aber genug, dass das Boot plötzlich ganz anders reagierte als gestern.
Ernesto ließ mich trotzdem wieder eine Weile ans Steuer.
Diesmal musste ich deutlich konzentrierter sein.
Angelina grinste irgendwann:
„Jetzt lernst du das Boot richtig kennen.“
Sie hatte recht.
Am Nachmittag konnten wir schließlich die ersten Masten des kleinen Hafens sehen.
Ein Ort, an dem keiner von uns heute Morgen sein wollte.
Und trotzdem bin ich inzwischen ziemlich neugierig darauf.
Vielleicht sind die ungeplanten Orte am Ende sowieso die interessantesten.
Und du?
Wie gehst du damit um, wenn plötzlich alles anders kommt als geplant spontan umdenken oder erst einmal ärgern?
Schreib mir deine Antwort in die Kommentare. 🌊